Scharf macht schlank – Capsaicin der Zauberstoff in Chilis

Die Meldung ist nicht neu, Chili soll angeblich schlank machen, aber was ist dran an der Aussage? Es gibt zwei Studien die jeweils positive Effekte von Chilis festgestellt haben. Auf diese beiden Studien und deren Ergebnisse will ich nun ein bisschen näher eingehen.

Die erste Studie[1], die an der nationalen Chung-Hsing Universität in Taichung (Taiwan) durchgeführt wurde, beschäftigte sich mit dem Inhaltsstoff Capsaicin, der in Chilis enthalten ist. Capsaicin ist für die Schärfe verantwortlich, hat aber noch weitere Effekte. So führt er laut der Studie dazu, dass die Vorläuferzellen von den normalen Fettzellen, quasi den Zelltod (Apoptose) sterben, wenn sie höheren Dosen von Capsaicin ausgesetzt sind. Die Höhe sei laut den Forschern, etwas höher als die Menge, die nach einer scharfen Mahlzeit noch im Magensaft vorhanden ist.
Veröffentlicht wurden die Studienergebnisse im “Journal of Agricultural and Food Chemistry”.

Eine zweite Studie[2] beschäftigete sich mit der Auswirkung von Chilikonsum auf den Insulinspiegel. Insulin wird vom Körper verwendet um den Blutzuckerspiegel zu regulieren, ein hoher Insulinspiegel bremst die Fettverbrennung und begünstigt die Fetteinlagerung.
Die Studie, die an der Universität von Tasmania in Australien durchgeführt wurde, basierte auf einer Untersuchung von 36 männlichen und weiblichen Testpersonen im Alter zwischen 22 und 77 Jahren. Jeder Teilnehmer vollzog zwei 4-wöchige Diät-Perioden.
In der ersten Periode sollte ganz normales Essen, ohne zusätzliche Gewürze gegessen werden. Am Ende der Periode aßen die Probanden dann am 22. Tag eine Testmahlzeit, ebenfalls ohne Gewürze (BAB, bland meal after bland diet). Daraufhin wurde der Insulinspiegel gemessen. Am 29. Tag sollten die Versuchspersonen dann eine mit Chili gewürzte Mahlzeit essen (CAB, chili meal after bland diet).
In der zweiten Periode wurden dann täglich Speisen mit 30 Gramm Chiligewürz mit 55% Cayenne-Chili verzehrt. Am Ende der zweiten Periode folgte wieder eine Testmahlzeit (CAC, chili meal after chili diet), nach der gemessen wurde.

Die Ergebisse waren deutlich, während nach der BAB-Mahlzeit der Insulinspiegel am höchsten war, war er nach der CAC-Mahlzeit am niedrigsten.

Insulinkurven

Es scheint also wirklich so, als ob Chili postive Effekte auf den Stoffwechsel hat. Aber aus meiner Sicht hat Chili noch weitere nette Effekte: Man stopft sich nicht mit scharfem Essen voll, man isst langsamer und hört auf wenn man genug hat! ;-)
Sogar bei der Abnehmwette hat man schon das Chili für sich entdeckt.

Um die volle Packung Chili abzubekommen gibt es hier noch eine Rangliste von Gewürzen und Soßen nach ihrem Schärfegrad (Scoville-Skala):

  • Paprika (0 bis 10 Scoville)
  • Peperoni (100 bis 500 Scoville)
  • Tabasco (2.500 bis 5.000 Scoville)
  • Cayennepfeffer (30.000 bis 50.000 Scoville)
  • Habanero-Schoten (300.000 Scoville)
  • Blairs Jersey Death Sauce (650.000 Scoville)
  • Da’Bomb Final Answer (1,5 Mio Scoville)
  • The Source (7,1 Mio Scoville)
  • Capsaicin pur (16 Mio Scoville)

Allerdings würde ich die letzten vier Produkte nur mit äusserster Vorsicht “genießen”.

Quellen:
[1] Journal Agric. Food Chem. 2007, 55, 1730-1736
[2] American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 84, No. 1, 63-69, July 2006

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